· 5 Min. Lesezeit
Holzfensterläden streichen: der richtige Zeitpunkt, Lasur oder Lack und der Ablauf
Grüne, braune oder graue Holzläden gehören zum Bild der Häuser am Gardasee. Damit sie lange schön bleiben, brauchen sie rechtzeitig Pflege. Woran Sie erkennen, dass ein Anstrich fällig ist, und worauf es dabei ankommt.
Persiane und scuri: Fensterläden am Gardasee
Holzfensterläden gehören zu den Häusern am Gardasee wie Ziegeldach und Putzfassade. Im Italienischen unterscheidet man persiane, also Läden mit schrägen Lamellen, und scuri, geschlossene Läden aus Brettern oder Füllungen. Beide haben es nicht leicht: Sie hängen direkt in Sonne, Regen und Wind, werden täglich bewegt und haben viele Kanten, an denen Wasser angreift. Läden auf der Süd- und Westseite altern meist schneller als die auf der Nordseite – oft sieht man am selben Haus ganz unterschiedliche Zustände.
Lamellenläden machen beim Streichen deutlich mehr Arbeit als glatte Läden, weil jede Lamelle von allen Seiten behandelt werden muss. Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.
Woran Sie erkennen, dass ein Anstrich fällig ist
Ein aufmerksamer Rundgang einmal im Jahr genügt, am besten im Frühjahr. Achten Sie auf diese Zeichen:
- Der Lack wird matt, kreidet oder zeigt feine Risse.
- Farbe blättert an Kanten, Lamellen oder an der Unterkante ab.
- Das Holz wird an freiliegenden Stellen grau – ein Zeichen, dass die Sonne die Oberfläche bereits angreift.
- Wassertropfen perlen nicht mehr ab, sondern ziehen ins Holz ein und hinterlassen dunkle Flecken.
- Dunkle Verfärbungen zeigen sich an Verbindungen, Unterkanten oder rund um die Beschläge.
- Rost von Scharnieren und Beschlägen läuft auf das Holz.
- Das Holz gibt nach, wenn Sie mit einem Schraubendreher leicht hineindrücken – dann ist es möglicherweise bereits morsch.
Grundsätzlich gilt: Wer früh handelt, sobald die ersten Risse auftauchen, kommt meist mit Anschleifen und Nachstreichen aus. Wer wartet, bis die Farbe großflächig abplatzt, muss die Läden in der Regel bis aufs Holz abtragen. Das kostet deutlich mehr Zeit und belastet das Holz zusätzlich.
Lasur oder Lack: Vor- und Nachteile
Lasur
Eine Lasur lässt die Holzmaserung sichtbar und dringt teilweise ins Holz ein. Sie verwittert eher gleichmäßig, statt abzublättern, und lässt sich deshalb mit weniger Vorarbeit erneuern. Dafür sind die Abstände zwischen den Anstrichen kürzer, besonders auf sonnigen Seiten. Für außen sollte die Lasur pigmentiert sein: Farblose Lasuren schützen kaum vor UV-Strahlung, das Holz vergraut darunter trotzdem.
Deckender Lack
Ein deckender Lack (smalto) schützt das Holz vollständig vor Licht und hält bei guter Pflege in der Regel länger. Er erlaubt die traditionellen Farben, die man am See häufig sieht, etwa Grün-, Braun- oder Grautöne. Der Nachteil: Bekommt die Lackschicht Risse, kann Wasser dahinter gelangen und den Lack großflächig ablösen. Dann ist die Vorarbeit beim nächsten Anstrich größer. Helle Farbtöne heizen sich in der Sonne weniger auf, was das Holz schont.
Wechsel zwischen den Systemen
Von Lasur auf Lack zu wechseln ist nach gründlichem Anschleifen und mit passender Grundierung gut möglich. Umgekehrt muss der alte Lack vollständig entfernt werden, bevor eine Lasur aufgetragen werden kann. In manchen historischen Ortskernen gibt die Gemeinde zudem Farbtöne für Fensterläden vor – mehr dazu im Beitrag Fassade streichen in Italien: Genehmigung nötig?.
Der Ablauf Schritt für Schritt
- Zustand prüfen: Jeder Laden wird angesehen – Holz, Verbindungen, Beschläge. So wird klar, was nur aufgefrischt und was gründlich überarbeitet werden muss.
- Abhängen und nummerieren: Abgehängte Läden lassen sich liegend und von allen Seiten bearbeiten, auch an Unterkanten und Rückseiten. Die Nummerierung stellt sicher, dass jeder Laden wieder an sein Fenster kommt.
- Reinigen und vorbereiten: Schmutz entfernen, lose Farbe abtragen, die Fläche anschleifen; bei starken Schäden bis auf das rohe Holz.
- Ausbessern: Kleine Risse und Fehlstellen werden geschlossen. Morsche Teile müssen ersetzt werden, bevor gestrichen wird.
- Grundieren: Rohes Holz erhält eine passende Grundierung, bei Nadelholz mit Schutz gegen Bläuepilze.
- Zwei Deckanstriche: mit Zwischenschliff und besonders sorgfältig an Kanten und am Hirnholz, wo Wasser am leichtesten eindringt.
- Trocknen und einhängen: Erst wenn alles gut durchgetrocknet ist, kommen die Läden zurück an die Fenster.
Planung: Wetter, Trocknung und Leerstand
Holz sollte nur gestrichen werden, wenn es trocken ist – also nicht direkt nach Regentagen oder bei hoher Luftfeuchte. Pralle Mittagssonne ist ebenfalls ungünstig, weil Lack und Lasur dann zu schnell antrocknen und Blasen oder Ansätze entstehen können. Frühjahr und Herbst sind deshalb meist die beste Zeit; mehr dazu im Beitrag Die beste Jahreszeit für Malerarbeiten am Gardasee.
Denken Sie auch daran: Solange die Läden abgehängt sind, haben die Fenster keinen Sonnen- und Sichtschutz, und das Haus lässt sich nicht wie gewohnt verdunkeln oder sichern. Ideal ist deshalb eine Zeit, in der das Haus nicht bewohnt oder vermietet ist. Alternativ lässt sich seitenweise arbeiten, sodass immer nur ein Teil der Läden fehlt.
Pflege zwischen zwei Anstrichen
Mit wenig Aufwand verlängern Sie die Zeit bis zum nächsten Anstrich spürbar:
- Die Läden ab und zu mit klarem Wasser und einem weichen Tuch abwaschen, ohne scharfe Reiniger.
- Kleine Kratzer und Abplatzer früh ausbessern lassen, bevor Wasser dahinter gelangt.
- Beschläge gelegentlich ölen, damit sie nicht klemmen und am Holz reißen.
- Pflanzen und Kletterranken nicht direkt an den Läden wachsen lassen.
Wenn Sie wissen möchten, in welchem Zustand Ihre Läden sind, schicken Sie uns ein paar Fotos – gern auch Nahaufnahmen der Kanten und Unterseiten. Wir beraten Sie rund ums Holz lackieren am Gardasee.